Ein Schwenkkran ist ein System, das Lasten mit einem Hebezeug am Ende eines drehbaren Auslegers hebt, der an einer Säule oder an einer Wandkonsole befestigt ist. Da der Arbeitsbereich ein Kreisausschnitt ist, ist er die typische Lösung für punktuelles Heben an der Werkzeugmaschine, beim Beschicken und beim Verpacken. Er deckt eine kleinere Fläche ab als ein Brückenkran; dafür ist er weit schneller aufgebaut und die Investitionskosten sind deutlich niedriger.
Drei Grundtypen
Wandschwenkkran
Wandschwenkkrane werden an einer vorhandenen Wand oder Säule befestigt und nehmen am Boden keinen Platz ein. Der Schwenkbereich wird meist durch die Wand begrenzt. In engen Werkstätten und zwischen Maschinen ist das die wirtschaftlichste Lösung; die tragende Struktur muss das Moment jedoch aufnehmen können.
Säulenschwenkkran
Säulenschwenkkrane stehen auf einer eigenen Säule und werden im Boden verankert. Da sie nicht an eine Wand gebunden sind, lassen sie sich mitten in der Halle unmittelbar neben der Maschine aufstellen; eine volle Umdrehung ist möglich.
Mobiler Schwenkkran
Dies sind Ausführungen auf einem fahrbaren Untergestell, die über ein Gegengewicht ausgeglichen werden. Sie werden gewählt, wenn der Hebebedarf an wechselnden Stellen entsteht oder ein System nur für eine befristete Aufgabe gebraucht wird. Tragfähigkeit und Ausladung sind stärker begrenzt als bei den ortsfesten Ausführungen.
Die Tragfähigkeit allein genügt nicht: das Moment
Das ist der Punkt, der bei der Auswahl eines Schwenkkrans am häufigsten übersehen wird. Was das System beansprucht, ist nicht allein das Gewicht der Last, sondern dessen Produkt mit dem Abstand der Last zur Säule. Eine Last von 250 kg wirkt bei 2 Metern Ausladung mit einem bestimmten Moment, dieselbe Last bei 4 Metern mit dem doppelten. Deshalb gilt:
- Eine größere Ausladung als nötig vergrößert den Säulenquerschnitt und den Verankerungsaufwand ohne Not.
- Bei Wandausführungen ist unbedingt nachzuweisen, dass die tragende Struktur dieses Moment aufnehmen kann.
- Bei Säulenausführungen hängt die Auslegung von Fundament und Verankerung nicht nur von der Tragfähigkeit, sondern auch von der Ausladung ab. Dicke und Bewehrung des Hallenbodens müssen vorher bekannt sein.
Schwenkbereich und Aufstellung
| Schwenkbereich | Typische Ausführung | Hinweis |
|---|---|---|
| 180° | Wandausführung | Arbeiten entlang der Wand; kein Durchschwenken nach hinten |
| 270° | Wand / Konsole | Großer Arbeitsbereich rund um die Säule |
| 360° | Säulenausführung | Volle Umdrehung; gemeinsame Nutzung an zwei Arbeitsplätzen möglich |
Die Arbeitskreise zweier Schwenkkrane zu überschneiden und die Last vom einen an den anderen zu übergeben, ist bei kurzen Transportwegen eine praktische Anordnung, die eine Investition in einen Brückenkran erübrigt.
Von Hand oder motorisch?
Systeme, bei denen der Ausleger von Hand geschwenkt wird, genügen bei geringer Zyklenzahl und verlangen den geringsten Wartungsaufwand. Bei hoher Zyklenzahl oder schweren Lasten verringern motorisches Schwenken und motorisches Fahren des Laufwerks die körperliche Belastung der Bedienperson. An Arbeitsplätzen mit feiner Montage erleichtert ein Hubwerk mit veränderlicher Geschwindigkeit das Einpassen des Teils; steht der Bedarf an ergonomischem Heben im Vordergrund, werden für feines Positionieren geeignete Hebezeuge wie ERGOKET gewählt.
Wo wird er eingesetzt?
- Maschinenbeschickung: Teile an der CNC-Maschine auf- und abladen; das Heben von Hand entfällt.
- Schweiß- und Montagearbeitsplätze: Wenden und Positionieren des Teils; kurze Übergabe zwischen zwei Arbeitsplätzen.
- Werkzeug- und Vorrichtungswechsel: Verkürzt die Wechselzeit an Pressen und Spritzgießmaschinen.
- Versand und Verpackung: Beladen von Paletten, Handhabung von Fässern und Kanistern.
- Wartungswerkstätten: Aus- und Einbau schwerer Teile wie Motoren, Getriebe und Pumpen.
- Ecken, die der Brückenkran nicht erreicht: ergänzende Lösung dort, wo der Arbeitsbereich des Hauptkrans endet.
Montage und Verankerung
- Angaben zum Boden: Dicke, Festigkeitsklasse und Bewehrung des Betons werden ermittelt. Fehlen die Angaben, kann eine Bohrkernentnahme nötig sein.
- Verankerungsplanung: Nach dem Moment aus Tragfähigkeit und Ausladung werden Art, Zahl und Tiefe der Verankerung berechnet.
- Aufstellung: Der vom Ausleger überstrichene Bereich wird so festgelegt, dass er weder mit der Maschinenaufstellung noch mit Fußwegen zusammenfällt.
- Montage: Die Lotrechte der Säule wird genau eingestellt; eine Abweichung lässt den Ausleger von selbst wegschwenken.
- Inbetriebnahme: Zunächst Probelauf ohne Last, danach Prüfung mit Prüflast und Einweisung der Bedienperson.
Die ergonomische Seite
Der oft übersehene Nutzen des Schwenkkrans liegt in Arbeitssicherheit und Ergonomie. Teile von 25 bis 30 kg, die von Hand gehoben und am Tag dutzendfach wiederholt werden, gehören zu den Hauptursachen von Rücken- und Schulterbeschwerden. Ein Schwenkkran am Arbeitsplatz nimmt diese wiederkehrende Belastung ab; da sich die Hubzeit verkürzt, wirkt sich das auch günstig auf die Taktzeit aus. Die Amortisation ist nicht nur über das Tempo zu bewerten, sondern auch über das verringerte Risiko von Arbeitsunfällen und Fehlzeiten.
Wie viel Kraft braucht das Schwenken von Hand?
Beim handgeschwenkten Schwenkkran hängt die zum Drehen des Auslegers nötige Kraft vom Gewicht der Last, von der Ausladung und von der Reibung des Drehlagers ab. In einem gut ausgelegten System kann die Bedienperson die Last mit einer Hand und ohne Mühe schwenken. Wird das Schwenken schwerer oder wandert der Ausleger von selbst in eine Richtung, weist das auf zweierlei hin: eine Abweichung der Säule aus der Lotrechten oder Verschleiß im Drehlager. Beides lässt sich bei früher Entdeckung mit einem einfachen Eingriff beheben; wird es aufgeschoben, muss das Lager vollständig getauscht werden. Die Leichtgängigkeit des Schwenkens ist deshalb ein praktischer Anhaltspunkt, auf den bei der wiederkehrenden Prüfung zu achten ist.
Auswahl-Checkliste
- Schwerste zu hebende Last + Gewicht der Lastaufnahme
- Erforderliche Ausladung (von der Säulenmitte bis zum Haken)
- Erforderliche Hakenhöhe und lichter Raum unter der Decke
- Erforderlicher Schwenkbereich (180° / 270° / 360°)
- Befestigungspunkt: Wand, Säule oder Bodenverankerung
- Dicke und Zustand des Hallenbodens
- Zyklen pro Tag und Arbeitstakt
- Energiebedarf: Woher wird beim elektrischen Hebezeug die Versorgungsleitung geführt?
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheiden sich Schwenkkran und Brückenkran?
Der Schwenkkran arbeitet in einem Kreisausschnitt und bedient einen einzelnen Arbeitsplatz. Der Brückenkran deckt dagegen eine ganze rechteckige Fläche ab. Beim punktuellen Heben ist der Schwenkkran wirtschaftlicher, beim Transport über die ganze Fläche der Brückenkran leistungsfähiger.
Lässt sich ein Wandschwenkkran an jeder Wand befestigen?
Nein. Der Befestigungspunkt muss das Kippmoment aus der Last aufnehmen können. Eine Stahlbetonsäule oder eine geeignete Stahlkonstruktion ist erforderlich; leichte Trennwände sind nicht geeignet.
Braucht ein Säulenschwenkkran ein eigenes Fundament?
Das hängt von Tragfähigkeit und Ausladung ab. Hat der vorhandene Hallenboden nicht die nötige Dicke und Festigkeit, ist für die Verankerung ein eigenes Fundament herzustellen. Werden die Bodenangaben in der Planungsphase übergeben, klärt sich das.
Wie viel hebt ein mobiler Schwenkkran?
Da er über ein Gegengewicht ausgeglichen wird, sind Tragfähigkeit und Ausladung stärker begrenzt als bei den ortsfesten Ausführungen. Er eignet sich für befristete Aufgaben mit geringer Zyklenzahl; bei dauerndem Einsatz empfiehlt sich ein ortsfestes System.
Lässt sich ein Schwenkkran zusammen mit einem vorhandenen Brückenkran nutzen?
Ja, das ist eine verbreitete Anordnung. Während der Brückenkran den allgemeinen Transport übernimmt, deckt der Schwenkkran am Arbeitsplatz die häufig wiederkehrenden kurzen Hübe ab. So wird der Hauptkran nicht dauernd belegt und zwei Arbeiten laufen gleichzeitig. Einzige Bedingung ist, dass dort, wo sich die Arbeitsbereiche überschneiden, Sicht und Verständigung zwischen den Bedienpersonen geregelt sind.
Teilen Sie uns Ihre Maschinenaufstellung, die zu hebende Last und die Ausladung mit; wir bestimmen gemeinsam die passende Schwenkkranausführung. Nehmen Sie Kontakt auf.





