Ein Portalkran ist ein Hebesystem, dessen lasttragender Träger auf zwei Stützen steht und das deshalb weder das Gebäude noch die Decke belastet. Während beim Brückenkran die Last in das Tragwerk des Gebäudes eingeleitet wird, geht beim Portalkran die gesamte Last über die eigenen Stützen in den Boden. Dieser eine Unterschied erklärt weitgehend, wo das System gewählt wird.

Wann wird ein Portalkran gewählt?

  • Wenn die Statik des Gebäudes nicht ausreicht. Können Dachbinder oder Säulen keine zusätzliche Last aufnehmen, erspart der Portalkran die Kosten einer Verstärkung der Konstruktion.
  • Wenn die Halle gemietet ist. Er wird ohne dauerhaften Eingriff in das Gebäude aufgestellt; bei einem Umzug zieht das System mit.
  • Wenn der Bedarf befristet oder wandernd ist. Fallen Arbeiten wie Wartung, Werkzeugwechsel oder Aus- und Einbau von Motoren an wechselnden Stellen an, bedient ein mobiler Portalkran mit derselben Ausrüstung mehrere Bereiche.
  • Wenn im Freien gearbeitet wird. In nicht überdachten Bereichen wie Verladeflächen, vor dem Lager oder im Werkstatthof lässt sich meist kein Schienensystem errichten.

Bauformen des Portalkrans

Bauform Bewegung Typischer Einsatz
Ortsfestes Portal Arbeitet an fester Stelle Versorgung einer einzelnen Maschine oder eines Arbeitsplatzes
Fahrbares (mobiles) Portal Wird auf Rädern von Hand verfahren Wartungswerkstätten, Hebebedarf an wechselnden Stellen
Schienengebundenes Portal Fährt auf einer im Boden verlegten Schiene Wiederkehrender Transport entlang einer festen Strecke
Halbportal Eine Seite auf einer Wandkonsole, die andere auf einer Stütze Arbeitsbereiche entlang einer Wand

Die von der BM Makina gefertigten BKB mobilen Portalkrane gehören zur fahrbaren Gruppe; da sich die Stützenhöhe einstellen lässt, passen sie sich unterschiedlichen Deckenhöhen und Arbeitshöhen an.

Worauf bei der Auswahl zu achten ist

  1. Tragfähigkeit. Das Gewicht der Lastaufnahme ist in die Tragfähigkeit einzurechnen.
  2. Spannweite. Der Abstand zwischen den Stützen richtet sich nach den Maßen des zu transportierenden Teils und der Ausrüstung ringsum.
  3. Arbeitshöhe. Bei einstellbaren Stützen lässt sich die Hakenhöhe stufenweise ändern. Ist die Deckenhöhe gering, erhöht der gemeinsame Einsatz mit einem Niedrigbau-Kettenzug die Hubhöhe.
  4. Boden. Bei fahrbaren Systemen wirken Ebenheit und Tragfähigkeit des Bodens unmittelbar auf die Sicherheit. Auf geneigten, gebrochenen oder mit Rosten versehenen Böden sind Radtyp und Bremsausrüstung entsprechend zu wählen.
  5. Zerlegbarkeit. Soll das System zwischen verschiedenen Standorten bewegt werden, erleichtert eine zerlegbare Bauweise den Transport.
  6. Hebezeug. Handkettenzug, Elektrokettenzug oder besondere Lastaufnahmen werden nach dem Arbeitstakt gewählt.

Portalkran oder Brückenkran?

Kriterium Portalkran Brückenkran
Belastung des Gebäudes Keine; die Last geht in den Boden Wird in die Konstruktion eingeleitet
Arbeitsbereich Der von den Stützen erreichte Bereich Die gesamte Fläche entlang der Kranbahn
Aufbau Schnell; meist ohne bauliche Vorbereitung Erfordert Kranbahn und Konstruktionsarbeiten
Beweglichkeit Hoch Ortsfestes System
Bodennutzung Die Stützen nehmen Bodenfläche ein Der Boden bleibt frei

Wird auf einer dauerhaften Fertigungslinie den ganzen Tag wiederkehrend transportiert, ist der Brückenkran leistungsfähiger. Bei punktuellem Hebebedarf und wechselnden Bereichen steht der Portalkran im Vordergrund. In vielen Betrieben werden beide Systeme zusammen genutzt: der Brückenkran über der Linie, der Portalkran im Wartungs- und Ersatzteilbereich.

Spannweite, Tragfähigkeit und Kippsicherheit

Beim Portalkran wird die Last über die Stützen in den Boden geleitet. Die Standsicherheit des Systems ergibt sich deshalb aus Tragfähigkeit, Spannweite und Stützenhöhe zusammen. Ein System gleicher Tragfähigkeit ist bei größerer Stützenhöhe einem höheren Kippmoment ausgesetzt. In der Praxis ist zu beachten:

  • Die Last ist stets unter dem Träger und senkrecht zu heben; Schrägzug beansprucht die Konstruktion und erhöht die Kippgefahr.
  • Die Stützenhöhe sollte nicht größer gewählt werden als nötig; unnötige Höhe beeinträchtigt sowohl die Standsicherheit als auch die Feinfühligkeit beim Heben.
  • Vor dem Heben müssen alle vier Räder vollen Bodenkontakt haben und die Bremsen festgestellt sein.
  • Das System darf nicht über die vom Hersteller angegebene Tragfähigkeit hinaus belastet werden; bei Portalkranen kann die Tragfähigkeit von der Spannweite abhängen.

Prüfliste für den Boden

Beim mobilen Portalkran ist der Boden der wichtigste Faktor für die Leistung. Vor dem Kauf sind folgende Punkte zu prüfen:

  • Ist der Boden eben, gibt es ein Gefälle? Auf geneigtem Boden entsteht die Gefahr unkontrollierter Bewegung.
  • Trägt die Betonfestigkeit die Last je Rad?
  • Gibt es auf der Strecke Kabelkanäle, Roste, Schwellen oder Dehnungsfugen?
  • Entstehen auf Epoxid-, Estrich- oder Fliesenbelägen Radspuren? Der Radwerkstoff ist passend zum Belag zu wählen.
  • Reichen bei einem Wechsel zwischen Bereichen Höhe und Breite der Durchfahrten aus?

Was die Investition bestimmt

Beim Portalkran entfällt der größte Teil der Investition auf das System selbst; anders als beim Brückenkran kommen Kranbahnbau, Verstärkung der Konstruktion und das Ziehen einer Energiestrecke meist gar nicht erst vor. Dagegen verändern die Wahl des Hebezeugs, der Radtyp, die Bremsausrüstung und die Entscheidung für eine zerlegbare Bauweise die Kosten deutlich. Wird ein elektrisches Hebezeug eingesetzt, sind auch die Lage der Steckdose und die Leitungslänge von Anfang an einzuplanen.

Angaben für die Angebotsanfrage

Ein Angebot für einen Portalkran stimmt auf Anhieb, wenn einige Angaben geklärt sind. Liegen die folgenden Punkte vor, entfallen eine falsche Auslegung und spätere Änderungen:

  • Gewicht und Maße des schwersten zu hebenden Teils
  • Eingesetzte Lastaufnahme (Anschlagmittel, Traverse, Magnet) und deren Gewicht
  • Erforderliche lichte Weite zwischen den Stützen
  • Erforderliche Hakenhöhe und geringste Deckenhöhe im Bereich
  • Ob das System ortsfest bleibt oder an verschiedene Stellen gebracht wird
  • Bodenart, Gefälle und Hindernisse auf der Fahrstrecke
  • Ob von Hand oder mit elektrischem Hebezeug gearbeitet wird; bei Strom der Einspeisepunkt

Sicherer Einsatz

  • Vor dem Heben sind die Radbremsen festzustellen; während der Fahrt des Portalkrans wird keine Last transportiert.
  • Die Last ist in der Mitte des Trägers und senkrecht zu heben; Schrägzug schadet der Konstruktion.
  • Beim Einstellen der Stützenhöhe muss das System unbelastet sein und die Bolzen müssen vollständig sitzen.
  • Hindernisse, Kabelkanäle und Gefälle auf dem Boden sind vorher zu prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Muss ein Portalkran im Boden befestigt werden?

Bei mobilen Portalkranen ist keine Befestigung nötig; das System steht auf seinen eigenen Stützen und wird mit seinen gebremsten Rädern in Position gehalten. Bei schienengebundenen Portalsystemen muss dagegen die Schiene im Boden befestigt werden.

Kann mit einem Portalkran Last transportiert werden?

Mobile Portalkrane sind nicht dafür ausgelegt, sich unter Last zu bewegen, sondern dafür, an ihrem Standort zu heben. Nach dem Heben der Last ist das Verfahren des Systems aus Sicherheitsgründen nicht zulässig; maßgeblich sind die Anweisungen des Herstellers.

Kann er im Freien eingesetzt werden?

Ja; ist der Boden eben und ausreichend tragfähig, lässt er sich im Freien einsetzen. Im Außenbereich sind zusätzlich der Oberflächenschutz und die Windverhältnisse zu bewerten.

Kann ich dasselbe System in verschiedenen Höhen einsetzen?

Bei Ausführungen mit einstellbaren Stützen lässt sich die Hakenhöhe stufenweise ändern; so lässt sich dasselbe System in Bereichen mit unterschiedlichen Deckenhöhen nutzen.

Unterliegt der Portalkran der wiederkehrenden Prüfung?

Ja. Auch Portalkrane gehören zu den Hebezeugen und unterliegen im Rahmen der Vorschriften für Arbeitsmittel der wiederkehrenden Prüfung. Dabei werden Tragkonstruktion, Räder und Bremsen, Hebezeug und Haken gemeinsam bewertet.

Teilen Sie uns die zu hebende Last, die Spannweite und die Arbeitshöhe mit; wir erarbeiten gemeinsam die passende Portalkranausführung. Nehmen Sie Kontakt auf.